Anti-Nationale Aktionen am Nationalfeiertag

Gedenkkundgebungen 2007

Anti-Nationale Aktionen am Nationalfeiertag

Eigentlich sollte es für jedermensch offensichtlich sein, dass die Welt nicht in rosa, grüne, gelbe oder himmelblaue Farbflecken aufgeteilt ist. Trotzdem rotten sich jedes Jahr viele zufällig innerhalb eines Farbflecks Geborene zusammen, um diesem zu huldigen. Im Fleck namens Österreich schwärmen zu diesem Anlass jedes Jahr am 26.Oktober allerlei militaristische und patriotische FarbflecklerInnen in Richtung Heldenplatz aus, um sich in einem rot-weiß-rot-braunen Sumpf zu versenken. Dieses skurrile Ereignis ist jedoch nicht nur aus ästhetischen Gründen fragwürdig, denn leider steckt hinter den bunten Farbflecken das Konstrukt der Nationalstaaten.

Dieses ist, anders als allgemein behauptet, keineswegs naturgegeben; Schließlich hat sich das Staatsverständnis, wie wir es heute kennen, erst im Laufe des 18.Jh entwickelt. Ein gemeinsames „WIR“ wurde mit der Begründung scheinbar gleicher Kultur, Sprache, Religion, Geschichte, Schicksal und/oder Blut konstruiert. Anschließend hat sich dieses „WIR“ über Gott und Geschichte einen Boden zugeschrieben, diesen abgesteckt und sich eine Fahne umgehängt. (und sind dann Fussballspielen gegangen). All diejenigen außerhalb dieser Grenzen werden so ausgeschlossen und als „anders“ gebrandmarkt. Nation als identitätsstiftendes Moment bildet die Grundlage für AusländerInnenhass und Unterdrückung von Minderheiten. Vor allem der völkische Nationenbegriff , der sich durch „gleiches Blut“ definiert, war die Basis für die Entstehung des Nationalsozialismus. An diesem völkischen Nationenverständnis hat sich in Deutschland und Österreich bis heute nichts verändert und bildet die Grundlage für den ganz alltäglichen Rassismus, in dem zB Minarette als „artfremd“ klassifiziert werden.

Diese zur Normalität gewordene Identität wird den kleinen „ICH“s schon in Kindergarten, Schule und Familie mitgegeben; Am Nationalfeiertag sind alle braven, stolzen „WIR“s aufgerufen sich der Nationalhudelei am Heldenplatz anzuschließen.

Wiederbesetzung Österreichs Jetzt!

Obwohl der österreichische Staatsvertrag zur Entnazifizierung verpflichtet, wurde dies nie auch nur ansatzweise umgesetzt, das „Fleckchen Österreich“ wäre im Atlas wohl eher braun auszumalen. Auch der Artikel 7, der die Rechte der in Österreich lebenden Minderheiten sichern sollte, wird bis heute nicht angewandt. Ebenso ausständig ist die vorgeschriebene Würdigung des antifaschistischen Widerstands in Form von Haftzeitanrechnung, Denkmäler etc.

Deshalb fordern wir die sofortige Wiederbesetzung des österreichischen Staatsgebiets durch die Alliierten und rufen dazu auf, die geschichtsverklärenden und nationenverherrlichenden „Feierlichkeiten“ am 26. Oktober zu stören.

Wir fordern die sofortige Wiederbesetzung Österreichs durch die Allierten,
die Umsetzung des Artikels 7,
die vollständige Entnazifizierung und
die Würdigung des antifaschistischen Widerstands.
26.10.2007
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